Radioprogramm

Ö1

Jetzt läuft

Punkt eins

06.00 Uhr
Nachrichten

06.05 Uhr
Guten Morgen Österreich

06:30 Uhr Nachrichten

06.55 Uhr
Zwischenruf

07.00 Uhr
Nachrichten

07.05 Uhr
Lebenskunst - Begegnungen am Sonntagmorgen

Lebensweisen - Glaubenswelten. Ein Panorama am Sonntagmorgen mit Reportagen und Berichten aus der Welt der Religion und Religionen

08.00 Uhr
Ö1 Journal um acht

08.10 Uhr
Ö1 heute

08.15 Uhr
Du holde Kunst

"O Begehren, aufwendige Fahrt" - Weibliche französische Liebeslyrik aus drei Jahrhunderten. Es liest Chris Pichler. Von den leidenschaftlichen Sonetten der bedeutendsten Dichterin der Lyoneser Schule, Louise Labé (1525-1566), über den weltenthobenen Verlustschmerz der notleidenden Schauspielerin Marceline Desbordes-Valmore (1796-1859) und dem Überschwang der schönen Fürstentochter Anna de Noailles (1876-1933) bis zum nächtlichen, letzten Gedicht der Catherine Pozzi (1882-1934), das die Valéry-Freundin der großen Labé widmete. Weibliche Liebeslyrik aus Frankreich, die neben Sehnsucht und Schmerz auch überraschend unverklausulierte Sinnlichkeit enthält. Übersetzungen: Rainer Maria Rilke, Friedhelm Kemp, Werner von Koppenfels. Gestaltung: Gudrun Hamböck und Stephanie Maderthaner

09.00 Uhr
Nachrichten

09.05 Uhr
Gedanken

"Unsere Zukunft liegt in den Sternen" - Eine Reise durch den Kosmos mit dem Astronomen und Science Blogger Florian Freistetter. Unsere Zukunft liegt in den Sternen. Davon ist der Astronom Florian Freistetter überzeugt. "Wenn die Menschheit überleben will, muss sie den Weltraum zu ihrer Heimat machen." Wie das gehen soll, verrät er unter anderem in einem der meistgelesenen deutschsprachigen Wissenschafts-Blogs, in "Astrodicticum simplex" und in seinem Podcast "Sternengeschichten". Bis 2010 war der in Baden bei Wien lebende Österreicher Florian Freistetter als Astronom tätig, u.a. an der Universitätssternwarte Jena und am Astronomischen Rechenzentrum in Heidelberg. Seither engagiert er sich für populäre Formen der Wissensvermittlung. Er ist Autor preisgekrönter Sachbücher wie "Der Komet im Cocktailglas: Wie Astronomie unseren Alltag bestimmt", "Hawking in der Nussschale" und zuletzt "Eine Geschichte des Universums in 100 Sternen". 2015 wurde Freistetter zudem festes Mitglied der Wissenschaftskabarettgruppe "Science Busters", die im Jänner mit einem neuen Programm Premiere feierte: "Global Warming Party - Warum der Klimawandel eine Partybremse ist und was der Mensch dagegen machen kann." Darin geht es wissenschaftlich fundiert und dennoch höchst humorvoll um die Beantwortung von Fragen wie: "Bekommt man Sonnenflecken auch schon bei 40° wieder raus?" "Kann ich meine Katze als Geigerzähler verwenden?" oder "Wohin soll man auswandern, wenn auf der Erde der Klimawandel doch gewinnt?". Gestaltung: Doris Glaser

10.00 Uhr
Nachrichten

10.05 Uhr
Ambiente - von der Kunst des Reisens

Reisemagazin: Lobau - umkämpftes Naturjuwel in der Großstadt. Eine Reportage von Margit Atzler. Isla de la Plata - Ecuadors Blaufußtölpel, Buckelwale sowie Delfinschwärme. Von Edgar Schütz. L.A. River - der wiederentdeckte Fluss. Von Natasa Konopitzky Thomas Gasser. Lobau - umkämpftes Naturjuwel in der Großstadt. Die Lobau ist Teil des Nationalparks Donau-Auen und befindet sich innerhalb der Wiener Stadtgrenzen. Ein Rückzugsgebiet, in dem die zahlreichen Tiere und Pflanzen ungestört gedeihen können. Die Lobau steht vor tiefgreifenden Veränderungen - im wahrsten Sinne des Wortes. Sie soll für die Wiener Umfahrungsstraße untertunnelt werden. Ambiente begibt sich auf eine winterliche Wanderung durch den städtischen Auwald. Vorbei an Biberspuren, Heißländen und durch Schilfwälder, in denen sich mit etwas Glück sogar eine Rohrdommel zeigt. Isla de la Plata - Ecuadors Blaufußtölpel, Buckelwale sowie Delfinschwärme. Ecuador hat touristisch gesehen noch gehörig Potenzial: Die im Westen gelegene Küste mit ihrem fruchtbaren Schwemmland bietet zahlreiche Strände, die zum Großteil touristisch bisher nur punktuell genutzt werden. Rund 40 Kilometer vor dem noch beschaulichen Badeort Puerto López liegt die Isla de la Plata. Die Silberinsel hat ihren Namen der Sage nach von einem angeblich vom englischen Freibeuter Sir Francis Drake dort versteckten Schatz. Sie gilt auch als etwas kleinere Ausgabe der für ihre Tier- und Pflanzenvielfalt berühmten Galapagosinseln. Auf der Isla de la Plata tummeln sich exotische Vögel wie der Blaufuß- oder der Nazcatölpel. Per Ausflugsboot kann man sich auch auf die Suche nach Buckelwalen und Delfinschwärmen begeben ... L.A. River - der wiederentdeckte Fluss. Wen man "Los Angeles" hört, dann denkt man an Hollywood und Sandstrände mit Palmen. Dass ein Fluss durch die Stadt fließt, war selbst den Angelinos - wie sich die Bewohner von L.A. nennen - lange nicht bewusst. Obwohl dieser Fluss quer durch ganz L.A. fließt und der Grund dafür ist, dass es die Stadt überhaupt gibt. Bis ins 20. Jahrhundert hinauf war der L.A. River die Lebensader von Los Angeles und versorgte die Angelinos mit Wasser. Da pazifische Stürme immer wieder desaströse Überschwemmungen mit vielen Toten ausgelöst hatten, begann die Stadt in den 1930er Jahren mit der Regulierung des Flusses. Der L.A. River wurde in ein Betonbett gelegt und verkam zu einem Rinnsal. Vor 30 Jahren starteten engagierte Anrainer Initiativen, um den Fluss als Naherholungsgebiet zu erschließen und mittlerweile hat sich auch die Stadtverwaltung angeschlossen. Es wurden Parks angelegt, Abschnitte des Flusses renaturiert, ein Fahrrad- und Spazierweg gebaut. Cafés haben eröffnet, es werden Kajak-Ausflüge und Naturbeobachtungstouren angeboten. Die mit Stacheldraht umgebenen Industrieanlagen machen schön langsam Platz für Apartment-Anlagen und Designbüros. Redaktion: Ursula Burkert

11.00 Uhr
Nachrichten

11.03 Uhr
Mozartwoche 2020 - Matinee

Wiener Philharmoniker, Dirigent und Klavier: Daniel Barenboim; Radek Baborák, Horn. Wolfgang Amadeus Mozart: a) Symphonie B-Dur KV 319; b) Konzert für Horn und Orchester Es-Dur KV 447; c) Konzert für Klavier und Orchester d-Moll KV 466 (aufgenommen am 25. Jänner im Großen Festspielhaus Salzburg in Surround Sound)

11.50 Uhr
(in der Pause) Intermezzo - Künstlerinnen und Künstler im Gespräch

12.10 Uhr
Mozartwoche 2020 - Matinee

Wiener Philharmoniker, Dirigent: Daniel Barenboim (aufgenommen am 25. Jänner im Großen Festspielhaus Salzburg)

12.56 Uhr
Ö1 heute

13.00 Uhr
Ö1 Sonntagsjournal

13.10 Uhr
gehört.gewusst. Das Ö1 Quiz

14.00 Uhr
Nachrichten

14.05 Uhr
Menschenbilder

Auf und hinter der Bühne - der Schauspieler und Theaterdirektor Robert Meyer Er war ein führender Nestroy-Interpret und im Gegensatz zu seinem Zwillingsbruder konnte er sich mit seinem Berufswunsch durchsetzen. Robert Meyer wollte schon früh Schauspieler werden. Der 1953 in Bad Reichenhall geborene und vor allem in Trostberg in Bayern aufgewachsene war in der Schule keine "Leuchte" und lernte zunächst den Beruf des Baustoffkaufmannes. "Ich war im Kinderchor, im Kirchenchor, und zwar zuerst als Sopran, dann als Alt, schließlich als Bass. Ich habe Klavier und Trompete gelernt und natürlich auch Notenlesen. Das ist nicht ganz unvorteilhaft" - vor allem wenn man Nestroy Couplets singen will und dann auch noch am eigenen Haus, als Direktor der Wiener Volksoper - gefeierter Musicaldarsteller wird. Robert Meyer wurde als 21-Jähriger Ensemblemitglied des Wiener Burgtheaters und dem ehemaligen Burg-Direktor Achim Benning fällt zu Meyer ein Satz von Nestroy ein: "Mein einziger Trost ist die Verzweiflung". Aber gegen diese Verzweiflung gilt es anzukämpfen vor allem, wenn man in Trostberg aufgewachsen ist. Oder auch wenn man Konflikten mit Claus Peymann nicht aus dem Weg geht. Theater, Fernsehen, Radio, Musical und dann auch noch Manager - Robert Meyer liebt die Vielseitigkeit an seinen Aufgaben in der Welt des Schauspiels. Und sein Zwillingsbruder Simon, der zunächst statt Schauspieler Polizist geworden ist, hat sich übrigens auch getröstet, er gründete eine Laien Schauspielgruppe, die "Junge Bühne Trostberg", die bis heute existiert.

14.55 Uhr
Schon gehört?

Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.

15.00 Uhr
Nachrichten

15.05 Uhr
Apropos Oper

Mit Michael Blees. Zu Gast im Teatro Real von Madrid. Ausschnitte aus Giuseppe Verdis Oper "Don Carlo", mit Maria Agresta (Elisabetta), Ekaterina Semenchuk (Eboli), Marcelo Puente (Don Carlo), Luca Salsi (Posa), Dmitry Belosselskiy (Filippo) u.a. sowie dem Chor und dem Orchester des Teatro Real unter der musikalischen Leitung von Nicola Luisotti (aufgenommen am 21. September 2019).

16.00 Uhr
Ex libris

Bücher, Menschen, Themen Moderation: Nicole Dietrich Am Boden Olga Forsch: Russisches Narrenschiff, Roman, Die Andere Bibliothek (Übersetzung: Christiane Pöhlmann) Andrej Platonow: Die glückliche Moskwa, Roman, Suhrkamp Verlag (Übersetzung: Lola Debüser, Renate Reschke) James Wood: Upstate, Roman, Rowohlt Verlag (Übersetzung: Tanja Handels) Joan Didion: Das Letzte, was er wollte, Roman, Ullstein Verlag (Übersetzung: Sabine Hedinger) Joseph Zoderer: Der Irrtum des Glücks, Roman, Haymon Verlag Kjell Askildsen: Das Gesamtwerk, Luchterhand Verlag (Übersetzung: Hinrich Schmidt-Henkel)

16.55 Uhr
Ö1 heute

17.00 Uhr
Ö1 Journal um fünf

17.10 Uhr
Spielräume Spezial

Das Vibraphon - Die Faszination des Vibrato. Das Vibraphon fasziniert mit seinem unverkennbaren Vibrato-Sound seit Anfang des 20. Jahrhunderts. Beim Versuch einen "vox humana" Effekt zu generieren, entwickelte Herman Winterhoff 1922 das Vibraphon. Das Instrument besteht aus Metallplatten und Resonatoren mit unterschiedlich schnell drehenden Klappen, die den einzigartigen, vibrierenden Sound erzeugen. Lionel Hampton und Red Norvo legten in den 1930er Jahren den Grundstein, um das Instrument speziell im Jazz bekannt und begehrt zu machen. Die beiden Virtuosen Milt Jackson, der mit sehr langsamer Drehbewegung der Klappen spielt und Bobby Hutcherson, der fast gänzlich auf Pedal und Vibrato-Effekt verzichtet, verfeinerten in den 1960er Jahren die Spieltechniken und das Vibraphon wurde zu einem fixen Bestandteil nicht nur im Jazz. Die sphärischen Klänge des Vibraphons schweben mühelose zwischen Hip-Hop, World-Music und Jazz hin und her. Das Vibraphon - ein Instrument mit vielseitigen Spieltechniken und Einsatzmöglichkeiten im Zentrum der Spielräume Spezial. Gestaltung: Lukas Handle

17.55 Uhr
Ö1 intro

1. Kosmostheater Wien 2. Landestheater Niederösterreich St. Pölten 3. Landestheater Linz Tipp 1: Milena Michalek ist Theaterregisseurin. Sie arbeitet gerade an einer Stückentwicklung mit dem Titel ?Schwieriges Thema? am Kosmostheater in Wien, das am 12. Februar in Wien Premiere haben wird. "Schwieriges Thema" behandelt die Schattenseiten des Jungseins, warum Zimmerordnung Geschmackssache ist, warum der Spiegel manchmal lügt und wie eine ganze Lebensphase überhaupt als problematisch gelten kann. ?Schwieriges Thema?, von Milena Michalek. Ab 12. Februar im Kosmostheater Wien. Mitglieder von Ö1 Intro erhalten die Eintrittskarte zum halben Preis. Tipp 2: Wir hören einen jungen Mann, der darüber berichtet, wie seine Tochter bei einem Sommerurlaub in Südfrankreich von einem Felsen stürzt und tödlich verunglückt. Dennoch soll der Abend im Endeffekt eine Party sein, eine Hommage ans Leben. Das Stück wird in der Rolle eines DJs seine Geschichte erzählen. Es wird eine musikalisch-theatralische Entdeckungsreise werden. Steilwand - nach einem Text von Simon Stephens, mit Tim Breyvogel. Die Premiere der Landestheater Niederösterreich Produktion findet am 28. Februar 2020 um 19:30 Uhr statt. Mitglieder von Ö1 Intro bekommen ermäßigten Eintritt. Kurztipp: Am 29. Februar findet die Premiere des Stückes "Cinderella" von Mei Hong Lin und Sergey Prokofjew im Landestheater Linz statt. Unter dem Titel Aschenputtel wurde das heute als Cinderella bekannte Ballett erstmals 1945 in Moskau uraufgeführt. Im Zentrum steht die Selbstfindung einer Frau, die sich von Stiefmutter und Stiefschwester losreißt, um sich von den eigenen Träumen leiten zu lassen. Am 29. Februar um 19:30 Uhr im Landestheater Linz. Mitglieder von Ö1 Intro erhalten die Eintrittskarte zum halben Preis. Ö1 Intro ist eine Kooperation mit Studierenden der FH St. Pölten. Diese Sendung wurde gestaltet von Peter Hackl-Lehner, Ingrid Song und Lukas Zeiler. Gesprochen von Michael Woschitz. Mehr Informationen gibt es auf der Ö1 Intro Website.

18.00 Uhr
Ö1 Abendjournal

18.15 Uhr
Moment am Sonntag

Wie man Entscheidungen trifft. Oder nicht Menschliches Verhalten ist eine Abfolge von bewussten oder unbewussten Entscheidungen. Oft scheint man passiv zu sein, und doch nehmen die Dinge ihren Lauf. Keine Entscheidung ist auch eine Entscheidung, sagt man dann. Wer die Möglichkeiten hin und her schiebt, ohne zu einem Beschluss zu gelangen - geschweige denn zu einer Tat - ist meist unzufrieden mit sich. Eine Erkundung von Gefühlslagen angesichts der vielen großen und kleinen Entscheidungen, die ein Tag, eine Woche, ein Jahr mit sich bringen

19.00 Uhr
Nachrichten

19.05 Uhr
Contra - Kabarett und Kleinkunst

"WOSWASI" - das neue Solo von Thomas Maurer Es gibt Fakten: rund 83% der Österreicher können sinnerfassend lesen, 57% sind Mitglieder der katholischen Kirche,4% sind Vegetarier, ca. 1,3% spielen Golf. Und es gibt Meinungen:100% der Österreicher haben eine Meinung, das ist ein Fakt. Schätzungsweise 98% sogar zu allem. Und ein erheblicher Prozentsatz braucht dafür nicht einmal Fakten. Meiner Meinung nach. Das alles weiß Thomas Maurer und daher hat er sein neues Solo auch im Reich der Fakten, Meinungen und Möglichkeiten angesiedelt. Gestaltung: Elisabeth Stratka

19.30 Uhr
Ö1 Kunstsonntag: Überblick

19.33 Uhr
Ö1 Kunstsonntag: Radiosession

"Millycent" - das freundliche Paralleluniversum Die Pianistin, Sängerin und Komponistin Milly Groz ist zweifellos eine Kategorie für sich. In der Radiosession stellt die junge Wienerin einige ihrer wichtigsten Arbeiten vor. Da ist einerseits das Solo-Projekt "Millycent", bei dem es ihr in unnachahmlicher Weise gelingt, gekonnte Neuinterpretationen alter Popsongs mit souveränem Spott zu verbinden. Kontrastierend dazu ihre Ideen zur zeitgenössischen Musik, die sie im Duo "Meta Magnet" mit der furiosen Blockflötistin Eva Leonie Fegers sowie Querflötistin Sara Zlanabitnig realisiert, mit der sie im Trio "Sirius" zusammenarbeitet. So kunstvoll Milly Groz mit dem Mainstream-Pop flirtet, so ernsthaft sind ihre neutönerischen Miniaturen konzipiert, die erst beim genauen Hinhören Gemeinsamkeiten mit den Coverversionen offenbaren. Gestaltung: Helmut Jasbar

20.15 Uhr
Ö1 Kunstsonntag: Tonspuren

Nicht mit mir - die Literatur der Verweigerung. Den Aussteigern und Nein-Sagern in der Literaturgeschichte ist eines gemeinsam: Sie entscheiden sich aus freien Stücken, in einem als ungerecht, banal oder unerträglich empfundenen Dasein nicht mehr mitzuspielen. Der wohl älteste Totalverweigerer war der sagenumwobene Diogenes von Sinope, genannt der Hund, der als obdachloser Einsiedler in einer Pithos, einem Faß als Unterschlupf gewohnt haben soll. Aber auch die Frauen gingen in der klassischen Antike als Verweigerinnen in die Weltliteratur ein: In der pazifistischen Komödie "Lysistrata" von Aristophanes verschwören sich die Frauen Athens und Spartas und beschließen, sich den kriegsführenden Männern sexuell zu verweigern, um den Peloponnesischen Krieg nach 20 Jahren endlich zu beenden. Auch der Ritter von der traurigen Gestalt, Don Quijote, hat als Held der Verweigerung Literaturgeschichte geschrieben: Sein Kampf gegen die Windmühlen gilt gleichsam als Kampf gegen den Lauf der Zeit, der letztendlich in das einsame aber idealistische Leben des Einsiedlers führt. Im 19.Jahrhundert erlebte der unangepasste Taugenichts erneut eine Renaissance: im Falle von Iwan Gontscharows Figur des faulen russischen Adligen Ilja Iljitsch Oblomow, der seine Umwelt durch seine Passivität ebenso wahnsinnig macht wie "Bartleby der Schreiber" in Herman Melvilles gleichnamiger Erzählung, der sich eines Tages weigert, weitere Kopier-Aufträge seines Chefs auszuführen. Auch im 20. Jahrhundert machten sich Romanhelden auf, um zumeist in Einsamkeit den wahren Sinn des Lebens zu erforschen: das Nichts und das Nichts tun. Das von der chinesischen Philosophie geprägete Wu wei, das Nichthandeln, beschäftigt auch den Helden von Jack Kerouacs Roman "The Dharma Bums", der vom Zen-Buddhismus inspiriert ein Leben in der Einsamkeit der Berge wählt. Und auch T.C. Boyle widmet seinen Roman Drop City den Aussteigern und Drop-Outs, die 1970 in einer Kommune ein von Drogen und freier Sexualität geprägtes Leben fernab der als menschen- und geistfeindlichen Konsumgesellschaft zu führen versuchen. Und auch durch die deutsche Literaturgeschichte schlendern die Steppenwölfe (Hesse), Systemverweigerer und Helden des Rückzugs (Genazino) im Zeitlupentempo, um dem immer schnelleren und unerbittlich materialistischen Leben ein Stück Rebellion und damit Individualität abzutrotzen. Feature von Johannes Gelich.

21.00 Uhr
Ö1 Kunstsonntag: Milestones

Als Jazz wieder Pop wurde Im Jahr 1989 nimmt der damals 21-jährige Harry Connick Jr. ein Album auf, das als Soundtrack für die Romcom (Romantic Comedy) "When Harry Met Sally ..." verwendet werden soll. Nicht zuletzt der Erfolg des Films katapultiert die Verkaufszahlen des Albums in ungeahnte Höhen: Zwei Millionen Einheiten gehen allein in den USA über die Ladentische, und der smarte Harry Connick jr. wird in seinem Heimatland zumindest für einige Jahre so etwas wie ein Teenie-Idol. Unbeschadet dessen enthält der Tonträger tatsächlich inspirierte Versionen von Jazzstandards, sowohl in kleiner Bandbesetzung als auch in schönen Orchesterarrangements von Marc Shaiman. Connick jr. erinnert stimmlich an den jungen Frank Sinatra und weiß auch am Klavier solistische Glanzpunkte zu setzen. Gestaltung: Klaus Wienerroither

21.40 Uhr
Ö1 Kunstsonntag: Neue Texte

"Ö1 Kunstgeschichten": "Der Tod und die Freiheit". Von Christa Nebenführ. Über Eugène Delacroix' "Die Freiheit führt das Volk"und "Der Tod des Sardanapal". Redaktion: Edith-Ulla Gasser

22.00 Uhr
Nachrichten

22.05 Uhr
Ö1 Kunstsonntag: Überblick

22.08 Uhr
Ö1 Kunstsonntag: Zeit-Ton extended

Nine In One. Eine Tour de Force durch Beethovens Symphonien von Wolfgang Mitterer Der Musiker und Komponist Wolfgang Mitterer hat Ludwig van Beethovens symphonisches Schaffen auf eine Stunde eingedampft. Dabei sampelte er alle Themen aus allen Symphonien, herausgeschält aus live eingespielten Orchesteraufnahmen des Haydn Orchester von Bozen und Trient. Mitterer hat sich dafür in die kleinsten Verästelungen von Beethovens ?uvre vertieft und mit der Neukombination der Themen eine schwindelerregende musikalische Achterbahnfahrt entworfen. Dieses aufwändige Projekt ist unter dem Titel "Nine In One" beim Label col legno erschienen. Gestaltung: Rainer Elstner

22.55 Uhr
Ö1 Kunstsonntag: ZOOM->In

23.00 Uhr
Ö1 Kunstsonntag: Radiokunst - Kunstradio

Art's Birthday 2020 Rückblick 2 Ö1 Kunstradio, selbst wichtiger Knotenpunkt im weltumfassenden Art's Birthday Netzwerk, präsentiert Auszüge aus den Feierlichkeiten und Geschenken zum Geburtstag der Kunst. Der Art's Birthday geht zurück auf ein Konzept des Französischen Fluxus-Künstler Robert Filliou (1926-1987), der den 17. Jänner 1963 als eine millionsten Geburtstag der Kunst festlegte. Die Kunst sei geboren worden als, ein unbekannter Mann einen trockenen Schwamm in einen Kübel voll Wasser fallen ließ. Künstlerinnen und Künstler lassen diesen Moment und die Kunst hochleben, indem sie miteinander vernetzte Geburtstagsfeiern veranstalten. Es gibt Performances und Konzerte, Ständchen und Geschenke, Wunderkerzen und jede Menge Torten.

00.00 Uhr
Nachrichten

00.05 Uhr
Du holde Kunst

(Wiederholung von 8:15 Uhr)

01.00 Uhr
Nachrichten

01.03 Uhr
Die Ö1 Klassiknacht

Präsentation: Bernhard Fellinger Musikauswahl: Gerald Kolbe dazw. 3:00 Uhr Nachrichten