Ö1

Radiokolleg - Forschungsobjekt Ich

Erfahrungswissenschaft Oral History (1). Gestaltung: Ute Maurnböck Vor 50 Jahren wurde eine neue Ära der Geschichtsforschung durch die Gründung der US-amerikanischen Oral History Association wissenschaftlich anerkannt. Mit einem revolutionären Ansatz, der sich seit den 1930er und besonders den 1950er Jahren abgezeichnet hatte: Das Neue und Bahnbrechende dabei war die "Geschichte von unten" zu erzählen. Die Methode der Geschichtswissenschaft, also jene mündlich tradierte Geschichte, die ja eigentlich uralt ist, beschäftigt sich mit dem subjektiven Erleben und Umgang der eigenen Geschichte. Einfache Zeitzeug/innen wurden zum Forschungsmittelpunkt, ihre Erinnerungen waren gleichwertig mit jenen von Adeligen oder Vertreter/innen der herrschenden Gesellschaftsschichten. Zwangsarbeiter/innen im Nationalsozialismus, Überlebende von Naturkatastrophen, Vertreter/innen der Arbeiterklasse, der Frauengeschichte, von sozialen Minderheiten oder einfach der Alltagswelt sind ihre Protagonist/innen. Auch das Oral-History-Projekt der Österreichischen Mediathek, "MenschenLeben", lässt das Jahr 1967 lebendig werden. In persönlichen Erinnerungen erzählen Menschen von der Bedeutung dieses speziellen Jahres für sie. Die Methodik der Befragung hat sich seit ihren Anfängen weiterentwickelt. Kein Interview dauert unter 12 Stunden, die Art der Fragestellung hat sich methodisch verfeinert. Inzwischen ist die Oral History fix in der Geschichtswissenschaft angekommen, auch wenn nach wie vor Kritik daran geübt wird. Wenn es etwa heißt, dass heute schon einfache Interviews in der Geschichtsforschung als Oral History bezeichnet werden oder dass aus der Subjektivität der Erzählungen historische Zusammenhänge abgeleitet werden. Neben dem Wunsch nach einer demokratischen Geschichtsschreibung möchte die Oral History eines erreichen: das aus der Vergangenheit für die Zukunft gelernt wird.
Montag 09:05 Uhr

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Bayern 2

radioWissen

deutsche BauernkriegSozialgeschichte in der frühen Neuzeit Der deutsche Bauernkrieg - Aufstand des gemeinen Mannes Autor: Michael Zametzer / Regie: Christiane Klenz Leipheim bei Ulm, im Jahr 1994: Bei Grabungen auf einer Autobahnbaustelle machen Arbeiter eine grausige Entdeckung: menschliche Knochen. Es sind die Skelette von 26 Menschen, die Reste zweier Massengräber. Stumme Zeugen eines grausamen Gemetzels, das fünf Jahrhunderte zurückliegt. - Am 4. April 1525 trafen hier drei oberschwäbische Bauernhaufen auf das Heer des Schwäbischen Bundes, eines Zusammenschlusses der Reichsstände. Es ist die erste Schlacht in einer Reihe von Aufständen, Kämpfen und Revolten, bekannt geworden als der "Deutsche Bauernkrieg". Der Krieg gegen die Obrigkeit begann zwar zunächst als Aufstand der Bauern, doch bald schlossen sich Angehörige von Unterschichten aus Stadt und Land an. Zwölf Artikel formulierten die Aufständischen in Memmingen als Beschwerdeschrift, Reformprogramm und politisches Manifest in einem. Sie verlangten ein freieres Leben, weniger Abgaben und beriefen sich auch auf die Thesen Martin Luthers. Bald kam es zu Gewaltexzessen. Die Ständegesellschaft im Mittelalter - Beten - kämpfen - arbeiten Autorin: Brigitte Kohn / Regie: Christiane Klenz "Das Haus Gottes ist dreigeteilt", so Bischof Adalbero von Laon Anfang des 11. Jahrhunderts. "Die einen beten, die anderen kämpfen, die dritten endlich arbeiten." Geistlichkeit, Ritterschaft, Bauern, an diese drei Stände denkt der Bischof, aber daneben gibt es natürlich auch im Mittelalter noch viele andere Möglichkeiten, um soziale Zugehörigkeiten zu definieren. Die Mitglieder eines Standes "stehen" in einer Gemeinschaft. Sie sind entweder durch den Besitz von Privilegien oder durch soziale Benachteiligungen miteinander verbunden. Vorrechte galten als gottgewollt und natürlich, gingen aber mit der Verpflichtung zur Fürsorge einher. Die Sendung geht der Frage nach, wie diese Ordnung entstanden ist, wie sie funktionierte, welche Störfelder es gab - und wie sie nachwirkt. Moderation: Michael Zametzer Redaktion: Thomas Morawetz
Montag 09:05 Uhr

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Ö1

Radiokolleg - Vom Wesen der Hülle

MüllVerpackungen, Nutzen und Nebeneffekte (1). Gestaltung: Paul Lohberger Große Mengen Müll entstehen nur durch Verpackungen. Wie kann man sie vermeiden? Ohne Verpackung gäbe es weniger Müll, unsere Warenwelt wäre aber auch eine völlig andere. Zwar gibt es bereits kleine Läden, wo Lebensmittel wieder wie in alten Zeiten verkauft werden - die großen Handelsketten können solche Konzepte aber nicht adaptieren. Die gesamte Logistik wäre ohne Verpackung undenkbar, manche Produkte würden beim Transport kaputt. Mitunter macht aber auch die Verpackung erst das Produkt zu einem solchen; nicht zuletzt sind Verpackungen ein Wirtschaftsfaktor. In Schottland betrifft dies nicht nur die Herstellung von Whiskey, sondern auch die der schönen Verpackungen. Würden wir teuren Whiskey kaufen, wenn er in einer banalen Flasche zu uns kommt, ohne schön gestaltete Schachtel? Die Vermarktung von Zigaretten hängt stark an dem Image, das die Marke über die Verpackung transportiert. Aber auch natürliche Produkte werden künstlich verpackt: Bioäpfel werden auf einer Kartontasse in Klarsichtfolie eingeschweißt. Würden wir sie sonst nicht kaufen? Verpackungen werden aufwendig gestaltet und produziert. Der Aufwand scheint manchmal größer als der für das eigentliche Produkt. Mittlerweile arbeiten nicht nur kreative Designer, sondern auch Forscher an dieser Materie. Wenn Verpackungen zum Produkt gehören, gilt es, umweltverträgliche Materialen zu entwickeln, wie beispielsweise Plastikflaschen aus Biomasse.
Montag 09:30 Uhr

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Ö1

Radiokolleg - Die letzte "Diva assoluta" - Maria Callas (192

maria callas3 - 1977) Ein Portrait zum 40. Todestag (1). Gestaltung: Sabrina Adlbrecht "La Divina", die "Göttliche", wurde sie genannt, und eine Zeit lang galt sie sogar als berühmteste Frau der Welt - die Sopranistin Maria Callas. Ihre Triumphe feierte sie in den 1950er Jahren an den großen Opernhäusern der Welt, vor allem an der Mailänder Scala. "Die Callas", griechischer Herkunft und in Amerika geboren, war in mehrfacher Hinsicht eine Ausnahmeerscheinung: Ihre Stimme umfasste in ihren besten Zeiten drei Oktaven. Derart universal angelegt, wurde sie allen drei Sopran-Kategorien gerecht, dem lyrischen, dem dramatischen ebenso wie dem Koloratur-Fach und sprengte damit die traditionellen Kategorien des Opernrepertoires. Dazu kam ein enormes schauspielerisches Talent: Starke Emotionen stellte die Callas nicht nur dar, es entstand vielmehr der Eindruck, sie würde diese tatsächlich durchleben. Dadurch wurden tragische Heldinnen wie die "Violetta" aus Verdis "La Traviata", Bellinis "Norma", Puccinis "Tosca" und Cherubinis "Medea" zu glaubwürdigen Figuren. Für die Sängerin hatten sie geradezu existentielle Bedeutung. Der Musik ordnete die Callas von Anfang an alles kompromisslos unter. Bei ihr gab es nichts Halbherziges, kein Mittelmaß und keine Routine. Als gnadenlose Perfektionistin selten mit sich zufrieden, konnte sie unprofessionelles Verhalten anderer nicht ausstehen. All das hat wohl auch den Umgang mit ihr schwierig gemacht und ihr letztlich den Ruf einer Diva im negativen Sinn eingebracht. Außerdem entsprachen starke Frauen wie sie in der Nachkriegszeit einfach nicht dem weiblichen Ideal. Jedenfalls wurde Maria Callas wie kein anderer Bühnen- und Filmstar der Zeit angefeindet. Sie galt als egozentrisch, jähzornig und unberechenbar. Zu diesem Bild trugen ganz wesentlich die Medien bei: Aufsehen erregende Absagen, Prozesse, Rivalitäten und vor allem das Privatleben der Sängerin standen immer mehr im Mittelpunkt. Als sie eine Liaison mit dem griechischen Reeder Aristoteles Onassis einging, war es längst nicht mehr die Opern-, sondern die Jetset-Diva, über die genüsslich berichtet wurde. Als die sich und andere Fordernde und oft Überfordernde stimmliche Probleme bekam, trat sie nicht mehr auf. Ende der 60er Jahre war ihre Karriere zu Ende. Maria Callas starb am 16. September 1977 in Paris an Herzversagen. Sie wurde nur dreiundfünfzig Jahre alt.
Montag 09:45 Uhr

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WDR5

Neugier genügt

pokerFeature: Alles Bluff - Künstliche Intelligenz lernt das Pokern Redezeit mit Alexander Gorkow, Journalist und Buchautor von "Hotel Laguna. Meine Familie am Strand.": Eine Reise in den alten deutschen Westen Wiederholung: Di 04.05 Uhr
Montag 10:05 Uhr

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Bayern 2

radioWissen am Nachmittag

wolfskinderFindelkinder Wolfskinder - Spekulationen über Wesen zwischen Mensch und Tier Autorin: Nicole Ruchlak / Regie: Christiane Klenz Der Legende nach wurden Romulus und Remus von einer Wölfin gesäugt, der Autor Rudyard Kipling ließ sein Dschungelkind Mowgli in einem Wolfsrudel aufwachsen und auch der reale Kaspar Hauser soll durch wölfische Hilfe überlebt haben. Zahlreiche Geschichten und Erzählungen, aber auch fundierte Berichte ranken sich um die geheimnisvollen Wolfskinder. Wölfe sind bekannt für ihre hoch ausgeprägte Sozialstruktur, seit jeher stehen sie in besonderer Verbindung zum Menschen, sie sind der Urahn des Hundes, des besten tierischen Freundes der Menschen. Wurden sie so zum Symbol für das Urwüchsige, Wilde, Natürliche im Menschen? Zeigen diese unglaublich anmutenden Geschichten von ausgesetzten Menschenkindern, die von Wolfsfamilien aufgezogen wurden, mehr als "nur" das Phänomen, dass der hochentwickelte Mensch von einem urwüchsigen Tier wie dem Wolf am Leben erhalten werden kann? Nicole Ruchlak berichtet über die uralte und immer noch faszinierende Sehnsucht nach dem Tier im Mensch und fragt nach, was an den heute noch erzählten Geschichten der Wolfskinder dran ist. Kulturgeschichte des Findelkinds - Ausgesetzt und aufgezogen Autorin: Rhia Imogen Herrad / Regie: Susi Weichselbaumer Findelkinder gibt es heute fast nur noch in Legenden und Märchen: Romulus und Remus, Hänsel und Gretel. Doch vor der Entwicklung zuverlässiger Verhütung und Abtreibung, und in Zeiten, in denen oft Armut und Hunger herrschten, war das Aussetzen von Kindern keine seltene Praxis. In der Antike wurden solche Findlinge meist als Sklaven aufgezogen; später nahm die Kirche sich ihrer an. Im 18. Jahrhundert entstanden in allen größeren Städten Europas städtische Heime, wo die Findlinge eine Grundschulbildung erhalten sollten - "im Christenthum, im Catechismo und im Lesen, Schreiben und Rechnen". Vor allem aber sollten sie die Fähigkeit erlernen, sich als "nützliche" und produktive Bürger in eine zunehmend institutionalisierte und geordnete Gesellschaft zu integrieren. Moderation: Florian Kummert Redaktion: Thoams Morawtz
Montag 15:05 Uhr

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Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

Parteinahe StiftungenDemokratie-Export in Gefahr? Parteinahe Stiftungen im Ausland unter Druck Von Jens Rosbach Ob Ägypten, Russland, China, Türkei oder Israel: In mehr als 60 Ländern wurden in den letzten drei Jahren NGOs an die Leine gelegt. Das betrifft auch die parteinahen Stiftungen, die weltweit demokratische Werte verbreiten und Deutschlands Außenwirkung fördern sollen. Die Stiftungen sind betroffen von bürokratischer Repression, von Verhaftungen und Büroschließungen. Sind die deutschen ,Thinktanks" fit für eine neue, flexible Auslandsarbeit? Oder arbeiten sie unbeirrt mit 0815-Konzepten weiter, gut versorgt von Steuermillionen? Klar ist: Die parteinahen Stiftungen sind sich uneins, jeder beackert sein politisches Feld allein.
Montag 19:30 Uhr

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WDR5

Dok 5 - Das Feature

ultrasBis zum letzten Atemzug Ultras und die Radikalisierung der Fankultur im Fußball Von Agnese Franceschini und Tom Mustroph Aufnahme des WDR 2015 Fußball ist ohne Fans nicht denkbar. Doch in und vor den Stadionkurven herrscht häufig eine explosive Mischung aus Leidenschaft, Freude an Gewalt sowie rechtsextremer Ideologie. Fankultur auf dem Prüfstand. 3. Mai 2014. Zum ersten Mal schoss in Italien ein Ultra des AS Rom auf einen Fan des SSC Neapel, der daraufhin stirbt. Auch in Deutschland werden Fangruppierungen immer gewalttätiger. Im Oktober 2014 verwandeln Hooligans aus ganz Deutschland unter dem Emblem "HoGeSA" den Kölner Bahnhofsvorplatz in ein Kriegsgebiet. Nicht der Fußball steht dabei im Mittelpunkt, sondern die Gewalt, die man versucht auch politisch zu nutzen. In Italien verfolgt die Justiz kriminelle Ultras schon länger im Kontext von Mafia-Ermittlungen. Was unterscheidet Fans von Ultras, wo liegt die Grenze zu Hooligans? Und welche Zukunft hat die Fankultur insgesamt? Das Feature wurde mit dem CIVIS-Sonderpreis für Fußball und Integration 2017 ausgezeichnet.
Montag 20:05 Uhr

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NDR Info

Das Forum

glyphosatGlyphosat - bleibt die Anwendung erlaubt? Feature von Karin Bensch Das Forum
Montag 20:30 Uhr

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Ö1

Radiokolleg

Forschungsobjekt Ich. Erfahrungswissenschaft Oral History (1). Gestaltung: Ute Maurnböck Vom Wesen der Hülle. Verpackungen, Nutzen und Nebeneffekte (1). Gestaltung: Paul Lohberger Die letzte "Diva assoluta" - Maria Callas (1923 - 1977). Ein Portrait zum 40. Todestag (1). Gestaltung: Sabrina Adlbrecht
Montag 22:08 Uhr

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