Ö1

Radiokolleg - Forschungsobjekt Ich

Oral History AssociationErfahrungswissenschaft Oral History (2). Gestaltung: Ute Maurnböck Vor 50 Jahren wurde eine neue Ära der Geschichtsforschung durch die Gründung der US-amerikanischen Oral History Association wissenschaftlich anerkannt. Mit einem revolutionären Ansatz, der sich seit den 1930er und besonders den 1950er Jahren abgezeichnet hatte: Das Neue und Bahnbrechende dabei war die "Geschichte von unten" zu erzählen. Die Methode der Geschichtswissenschaft, also jene mündlich tradierte Geschichte, die ja eigentlich uralt ist, beschäftigt sich mit dem subjektiven Erleben und Umgang der eigenen Geschichte. Einfache Zeitzeug/innen wurden zum Forschungsmittelpunkt, ihre Erinnerungen waren gleichwertig mit jenen von Adeligen oder Vertreter/innen der herrschenden Gesellschaftsschichten. Zwangsarbeiter/innen im Nationalsozialismus, Überlebende von Naturkatastrophen, Vertreter/innen der Arbeiterklasse, der Frauengeschichte, von sozialen Minderheiten oder einfach der Alltagswelt sind ihre Protagonist/innen. Auch das Oral-History-Projekt der Österreichischen Mediathek, "MenschenLeben", lässt das Jahr 1967 lebendig werden. In persönlichen Erinnerungen erzählen Menschen von der Bedeutung dieses speziellen Jahres für sie. Die Methodik der Befragung hat sich seit ihren Anfängen weiterentwickelt. Kein Interview dauert unter 12 Stunden, die Art der Fragestellung hat sich methodisch verfeinert. Inzwischen ist die Oral History fix in der Geschichtswissenschaft angekommen, auch wenn nach wie vor Kritik daran geübt wird. Wenn es etwa heißt, dass heute schon einfache Interviews in der Geschichtsforschung als Oral History bezeichnet werden oder dass aus der Subjektivität der Erzählungen historische Zusammenhänge abgeleitet werden. Neben dem Wunsch nach einer demokratischen Geschichtsschreibung möchte die Oral History eines erreichen: das aus der Vergangenheit für die Zukunft gelernt wird.
Dienstag 09:05 Uhr

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Bayern 2

radioWissen

Stephen KingStephen King und Edgar Allan Poe Stephen King - Der König des Schreckens Autor: Florian Kummert / Regie: Eva Demmelhuber "Unterhalten wir uns, Sie und ich. Unterhalten wir uns über Angst," hat Stephen King geschrieben. Und seine Leser lauschen begierig dieser Unterhaltung. In Millionenauflage lehrt Stephen King, der "Meister des Horrors", der Welt das Fürchten. Carrie, Shining, Es, Friedhof der Kuscheltiere, Die Arena, Der dunkle Turm - mit diesen und vielen anderen Romanen und Kurzgeschichten zählt Stephen King zu den bekanntesten und erfolgreichsten Autoren des 20. Jahrhunderts. King erlebte eine fast schon mythische angloamerikanische Aufstiegsgeschichte, von großer Armut zum vielfachen Millionär. Lange fand er für seine Geschichten keinen Verlag und warf seinen ersten Roman sogar nach einer erneuten Absage frustriert in den Mülleimer. Doch Kings Frau fischte den Papierstapel wieder heraus und überredete ihren Mann es weiter zu versuchen. Ein Verlag akzeptierte schließlich das Manuskript und landete mit "Carrie" 1974 einen Beststeller. King erzeugt die Angst in seinen Geschichten selten durch direkte Auslöser wie Ungeheuer, sondern er geht tiefer, beschwört eigene Kindheitsängste, die in vielen Lesern widerhallen. Die dunkle Seite des Menschen tritt bei King zutage, innere Dämonen wie Neid, Ausgrenzung und die ewige Furcht vor dem Tod. Einst von der Literaturkritik verschmäht, hat King mit seinem wuchtigen Werk mittlerweile Eingang in den Kanon der zeitgenössischen Literatur gefunden. Edgar Allan Poe - Der Dichter und der Horror Autor: Fritz Dumanski / Regie: Eva Demmelhuber "Unheimliche Geschichten" - nicht nur zu "Halloween" vereint zwei der meistgelesenen Gruselspezialisten. Edgar Allan Poe gilt als großer Klassiker der amerikanischen Literatur. Seine schwermütigen Gedichten und seine düsteren Erzählungen, die immer in der Katastrophe enden, wirkten stark auf die europäische Literatur, besonders auf die französischen Symbolisten. Mit seinen Geschichten "Der Doppelmord in der Rue Morgue" und "Der entwendete Brief" begründete er das Genre der Kriminalliteratur. Die Sendung beschreibt Leben und Werk des rätselhaften Autors. Moderation: Kristina Thiele Redaktion: Petra Herrmann
Dienstag 09:05 Uhr

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Ö1

Radiokolleg - Vom Wesen der Hülle

müllVerpackungen, Nutzen und Nebeneffekte (2). Gestaltung: Paul Lohberger Große Mengen Müll entstehen nur durch Verpackungen. Wie kann man sie vermeiden? Ohne Verpackung gäbe es weniger Müll, unsere Warenwelt wäre aber auch eine völlig andere. Zwar gibt es bereits kleine Läden, wo Lebensmittel wieder wie in alten Zeiten verkauft werden - die großen Handelsketten können solche Konzepte aber nicht adaptieren. Die gesamte Logistik wäre ohne Verpackung undenkbar, manche Produkte würden beim Transport kaputt. Mitunter macht aber auch die Verpackung erst das Produkt zu einem solchen; nicht zuletzt sind Verpackungen ein Wirtschaftsfaktor. In Schottland betrifft dies nicht nur die Herstellung von Whiskey, sondern auch die der schönen Verpackungen. Würden wir teuren Whiskey kaufen, wenn er in einer banalen Flasche zu uns kommt, ohne schön gestaltete Schachtel? Die Vermarktung von Zigaretten hängt stark an dem Image, das die Marke über die Verpackung transportiert. Aber auch natürliche Produkte werden künstlich verpackt: Bioäpfel werden auf einer Kartontasse in Klarsichtfolie eingeschweißt. Würden wir sie sonst nicht kaufen? Verpackungen werden aufwendig gestaltet und produziert. Der Aufwand scheint manchmal größer als der für das eigentliche Produkt. Mittlerweile arbeiten nicht nur kreative Designer, sondern auch Forscher an dieser Materie. Wenn Verpackungen zum Produkt gehören, gilt es, umweltverträgliche Materialen zu entwickeln, wie beispielsweise Plastikflaschen aus Biomasse.
Dienstag 09:30 Uhr

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Ö1

Radiokolleg - Die letzte "Diva assoluta" - Maria Callas (192

Maria Callas3 - 1977) Ein Portrait zum 40. Todestag (1). Gestaltung: Sabrina Adlbrecht "La Divina", die "Göttliche", wurde sie genannt, und eine Zeit lang galt sie sogar als berühmteste Frau der Welt - die Sopranistin Maria Callas. Ihre Triumphe feierte sie in den 1950er Jahren an den großen Opernhäusern der Welt, vor allem an der Mailänder Scala. "Die Callas", griechischer Herkunft und in Amerika geboren, war in mehrfacher Hinsicht eine Ausnahmeerscheinung: Ihre Stimme umfasste in ihren besten Zeiten drei Oktaven. Derart universal angelegt, wurde sie allen drei Sopran-Kategorien gerecht, dem lyrischen, dem dramatischen ebenso wie dem Koloratur-Fach und sprengte damit die traditionellen Kategorien des Opernrepertoires. Dazu kam ein enormes schauspielerisches Talent: Starke Emotionen stellte die Callas nicht nur dar, es entstand vielmehr der Eindruck, sie würde diese tatsächlich durchleben. Dadurch wurden tragische Heldinnen wie die "Violetta" aus Verdis "La Traviata", Bellinis "Norma", Puccinis "Tosca" und Cherubinis "Medea" zu glaubwürdigen Figuren. Für die Sängerin hatten sie geradezu existentielle Bedeutung. Der Musik ordnete die Callas von Anfang an alles kompromisslos unter. Bei ihr gab es nichts Halbherziges, kein Mittelmaß und keine Routine. Als gnadenlose Perfektionistin selten mit sich zufrieden, konnte sie unprofessionelles Verhalten anderer nicht ausstehen. All das hat wohl auch den Umgang mit ihr schwierig gemacht und ihr letztlich den Ruf einer Diva im negativen Sinn eingebracht. Außerdem entsprachen starke Frauen wie sie in der Nachkriegszeit einfach nicht dem weiblichen Ideal. Jedenfalls wurde Maria Callas wie kein anderer Bühnen- und Filmstar der Zeit angefeindet. Sie galt als egozentrisch, jähzornig und unberechenbar. Zu diesem Bild trugen ganz wesentlich die Medien bei: Aufsehen erregende Absagen, Prozesse, Rivalitäten und vor allem das Privatleben der Sängerin standen immer mehr im Mittelpunkt. Als sie eine Liaison mit dem griechischen Reeder Aristoteles Onassis einging, war es längst nicht mehr die Opern-, sondern die Jetset-Diva, über die genüsslich berichtet wurde. Als die sich und andere Fordernde und oft Überfordernde stimmliche Probleme bekam, trat sie nicht mehr auf. Ende der 60er Jahre war ihre Karriere zu Ende. Maria Callas starb am 16. September 1977 in Paris an Herzversagen. Sie wurde nur dreiundfünfzig Jahre alt.
Dienstag 09:45 Uhr

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WDR5

Neugier genügt

künstliche intelligenzFeature: Alles Bluff - Künstliche Intelligenz lernt das Pokern Redezeit mit Alexander Gorkow, Journalist und Buchautor von "Hotel Laguna. Meine Familie am Strand.": Mallorca - Sehnsucht nach dem Meer Wiederholung: Mi 04.05 Uhr
Dienstag 10:05 Uhr

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Bayern 2

radioWissen am Nachmittag

györgy ligetiLigeti und Science-Fiction György Ligeti - Die Zukunft der Musik Autor und Regie: Frank Halbach "Den Erneuerer der Neuen Musik", nennt man Györgi Ligeti, einen der bedeutendsten Komponisten des 20. Jahrhunderts. Die jüdische Herkunft von Ligetis Familie prägte Györgis Schicksal. Sein Vater und sein Bruder starben in den KZs des Naziterrors. Ligeti hasste fortan Ideologien und Diktaturen, was auch seine Kunstauffassung prägte: "Ich habe keine Kunsttheorie. Ich habe keine message, die ich verkünde. Sondern ich versuche immer neue Dinge auszuprobieren." Und das tat er. Er erweiterte zunächst die musikalische Sprache seines Landsmanns Béla Bartók, komponierte dann elektronische Musik, verschmolz Melodie und Rhythmus und ließ sich von afrikanischer Musik inspirieren. Sein Durchbruch war 1961 "Atmosphères" für großes Orchester. Jeder Cineast hat Ligetis Klänge schon gehört: im Kultsoundtrack zu "2001 - Odyssee im Weltraum". Ligeti kam dadurch zwar zu Ruhm, nicht aber zu Geld. Kubrick benutzte Ligetis Werk ohne zu fragen. Der Komponist wurde mit 3000 Dollar abgespeist. Die Wahrheit von Visionen - Wenn Science-Fiction Recht hat Autorin: Yvonne Maier / Regie: Susi Weichselbaumer Der Flugpionier Orville Wright besucht im Jahr 1909 Berlin und stellt stolz seinen Motorflieger vor. Die gesamte Berliner Gesellschaft kommt, um sich dieses Wunderwerk der Technik anzuschauen. Nach den ersten Flügen wird er von einem Journalisten gefragt, wie es denn mit dieser Fliegerei denn weiter gehen wird. Orville Wright winkt ab und sagt, es werde nie eine Flugmaschine geben, die von Paris nach New York fliegt, die Luftströmungen über dem Atlantik sind nicht in den Griff zu bekommen. Diese Aussage geht um die Welt. Ihm glaubt man natürlich, er ist ja der Experte! Oder eben gerade nicht. Herbert George Welles nämlich - der Autor der "Zeitmaschine" und "Krieg der Welten" - veröffentlicht im selben Jahr seinen Roman "Der Luftkrieg". In dem schildert Welles den modernen Luftkrieg, mit Jägern, Luftkämpfen und dem Bombardement von Städten. Im Roman wird auch wie selbstverständlich der Atlantik überflogen. Und nur zehn Jahre später fechten die Europäer tatsächlich ihren Krieg im Himmel aus. Wie kann es sein, dass Experten so spektakulär daneben liegen, während Science Fiction Autoren Recht behalten? Für Literaturwissenschaftler und Zukunftsforscher ist klar: Nur, wer den Blick auf das große Ganze wagt, der kann auch Visionen entwickeln. Und genau das machen gute Science Fiction Autoren, wie wir heute am eigenen Leib erfahren können. Denn Roboter, das Handy und die virtuelle Welten des Internets sind in Science Fiction Maßstäben schon längst ein alter Hut. Moderation: Leslie Rowe Redaktion: Petra Herrmann
Dienstag 15:05 Uhr

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Deutschlandfunk

Das Feature

Sindicato PopularDas Syndikat der migrantischen Straßenhändler Oder: Vom Recht auf Stadt Von Barbara Eisenmann Regie: die Autorin Produktion: Dlf/SWR 2017 In Barcelona haben Straßenhändler ohne Papiere ein Syndikat gegründet: das Sindicato Popular de Vendedores Ambulantes. Sie wollen sich damit eine Stimme im Kampf um das Recht auf Teilhabe an der Stadt und ihren Ressourcen verschaffen, aber auch für die Entkriminalisierung ihrer Arbeit auf der Straße und gegen Polizeigewalt und Rassismus kämpfen. Das Syndikat und die neue Stadtregierung, deren Bürgermeisterin früher Aktivistin gegen Zwangsräumungen war, entstanden zeitgleich: 2015, dem Jahr eines rebellischen Aufbruchs, in dem die Kommunalwahlen in vielen spanischen Städten links-alternative Listen an die Regierung gebracht haben. Auf beide Akteure wird seither von Geschäftsinhabern, Medien und Stadtpolizei Druck ausgeübt. Doch der Zusammenschluss der ambulanten Händler hat auch namhafte Unterstützer gewonnen, zu denen Black-Panther-Gründer Bob Brown ebenso gehört wie der Papst. In spannungsreichen Verhandlungen mit der Stadtverwaltung hat das Syndikat der Migranten mittlerweile erste Maßnahmen wie die Gründung einer Genossenschaft auf den Weg gebracht. Das Syndikat der migrantischen Straßenhändler
Dienstag 19:15 Uhr

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Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

armutArmut als Programm? Das hohe Ansehen der kulturellen Bildung und die Unmöglichkeit, von ihr zu leben Von Eva von Schirach (Wdh. v. 29.11.2016) Am Anfang ging es um eine Revolution. Bildung und Lernen sollten aus alten Zwängen befreit werden. Spielen wurde nicht länger belächelt, sondern wertgeschätzt. Heute ist kulturelle Bildung Mainstream. Ein Markt ist entstanden. Es geht um Qualitätsstandards. Effizienz. Angebot und Nachfrage. Kinder und Jugendliche, die von den Programmen der kulturellen Bildung erreicht werden sollen, leiden unter den Konsequenzen dieser Entwicklung. Vollständig auf der Strecke bleiben die, die diese Arbeit tatsächlich tagtäglich bewältigen: die Honorarkräfte. Eine Reise ins Herz der Finsternis.
Dienstag 19:30 Uhr

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NDR kultur

Kulturforum

Donna LeonNennen wir sie: Donna Leon Eine Schreibübung Feature von Jutta Jacobi NDR/SWR 2012 Das Musikdorf Ernen lädt ein zu einem Schreibseminar zum Thema "Figuren in der Fiktion". Dozentin ist die Erfinderin des Commissario Brunetti: Donna Leon. Sie ist Amerikanerin, lebt in Venedig und lässt ihre Romane nicht ins Italienische übersetzen, damit sie weiter unbehelligt in der Stadt leben kann. Und sie liebt Händel. Nun bringt sie unter anderem der Autorin Jutta Jacobi im Schweizer Schreibseminar das Dichten bei. Aufgabe ist, eine fiktive Figur zu schaffen. Jutta Jacobi entwirft eine amerikanische Krimiautorin, die in Venedig lebt und am 28. September 75 Jahre alt wird. Download unter www.ndr.de/radiokunst 20:00 - 20:05 Uhr Nachrichten, Wetter Kulturforum
Dienstag 20:00 Uhr

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Ö1

Radiokolleg

Forschungsobjekt Ich. Erfahrungswissenschaft Oral History (2). Gestaltung: Ute Maurnböck Vom Wesen der Hülle. Verpackungen, Nutzen und Nebeneffekte (2). Gestaltung: Paul Lohberger Die letzte "Diva assoluta" - Maria Callas (1923 - 1977). Ein Portrait zum 40. Todestag (2). Gestaltung: Sabrina Adlbrecht
Dienstag 22:08 Uhr

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Eins Live

1LIVE Soundstories

paul brodyHörspiele und Features. Wirklichkeiten neu montiert Grundgesetzland Eine Volksbefragung in 5 Artikeln Von Paul Brody Komposition: der Autor Regie: Nikolai von Koslowski bis 24:00 Uhr Was bedeutet es den Deutschen, in einem Land mit Grundgesetz zu leben? Hat das Wort "Würde" eine andere Bedeutung, wenn man aus einem anderen Kulturkreis stammt? Der amerikanische Komponist Paul Brody befragt Menschen, die in Deutschland Zuhause sind, nach ihrer Sicht auf die ersten fünf Artikel des Grundgesetzes.
Dienstag 23:00 Uhr

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